AWO-Schuldnerberatung setzt auf Prävention
DUISBURG (13.12.2010). In Duisburg leben mehr überschuldete Personen als in allen anderen deutschen Großstädten. In der Rangliste der überschuldeten Bürger nimmt die Stadt Platz Eins unter den deutschen Kommunen mit mehr als 400.000 Einwohnern ein. Das Unternehmen Creditreform hat diese Tabelle herausgegeben. Demnach sind 14,67 Prozent aller Duisburgerinnen und Duisburger über 18 Jahren überschuldet.„Diese Prozentzahl rechnet sich auf insgesamt etwa 60.000 Personen um. Wenn man bedenkt, dass in den Haushalten oftmals auch viele Kinder leben, dann sind noch wesentlich mehr Menschen in unserer Stadt betroffen“, erklärt Dirk Franke, Leiter der Schuldnerberatung bei der AWO-Integrations gGmbH.
Zudem sei zu bedenken, dass es eine Dunkelziffer gebe. Creditreform erfasse nur die Personen, die durch ein bestimmtes Merkmal, zum Beispiel einem Zahlungsbefehl oder die Einschaltung eines Gerichtsvollziehers auffällig geworden seien. Bemerkenswert sei, dass nach zwei Jahren des Rückgangs bei der Anzahl der überschuldeten Personen nun auch in Duisburg wieder ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen war, so Franke. Er sei besonders betroffen über die Vielzahl der jungen Menschen, die tief in den roten Zahlen steckten.
Dabei müsse man den demographischen Faktor mit einrechnen. „Diese Menschen am Beginn ihres erwachsenen Lebens werden damit auf viele Jahre mit finanziellen Problemen belastet sein“, erläuterte der Leiter der AWO-Schuldnerberatung. Dirk Franke plädiert deshalb für die Kurse und Angebote gerade für Heranwachsende: „Wir müssen den Umgang mit Geld besser schulen. Gerade in Zeiten, in denen viel über Scheck- oder Kreditkarte bezahlt werden könne, ist es nicht selbstverständlich, den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten.
“Die AWO-Integration habe dazu pädagogische Reihen entwickelt, erläuterte Franke. Die Nachfrage nach Hilfe hat in der AWO-Schuldnerberatung im vergangenen Jahr auf hohem Niveau stagniert. Der Leiter der Einrichtung rechnet erst für das Frühjahr 2011 mit dramatisch steigenden Beratungszahlen. „Viele versuchen, sich erst einmal so durchzuwursteln und suchen erst Hilfe, wenn es gar nicht mehr geht“, berichtet Dirk Franke aus der Praxis. Aus seiner Sicht ist das keine kluge Entscheidung. Man müsse bedenken, dass im Durchschnitt nur ein Drittel der Schulden aus den tatsächlich gemachten Ausgaben bestehe. Die anderen zwei Drittel entstehen durch Zinsen und Gebühren.
„Wer hier schneller reagiert, muss nachher weniger zurückzahlen“, so Franke. Als überschuldet gilt eine Person, wenn sie aus den laufenden Einnahmen nicht mehr ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen könne und über kein Sparguthaben verfüge. Im Durchschnitt liegt die Schuldenlast bei den Personen, die bei der AWO-Schuldnerberatung Hilfe suchen, bei 45.000 Euro.
Fragen und weitere Informationen: Dirk Franke, Abteilungsleiter Zentrale und erzieherische Dienste, Telefon: 0203 595674, oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .
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